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Verwerfliche Wegwerfgesellschaft
Einer der Wahlkampf-Slogans der Jungen Grünen St.Gallen lautet „Konsum? Massvoll statt uferlos!“ Diesen schönen Worten liessen sie am letzten Donnerstag, 15. September Taten folgen.
Seit einigen Jahren engagiert sich die „Erklärung von Bern“ (EvB) im Zuge der von ihr koordinierten „Clean Clothes Campaign“ (CCC) für faire Produktionsbedingungen bei Textilien. Als Entscheidungshilfe für Konsumenten stellte die parteiunabhängige Organisation eine kleine Broschüre ein Ranking von total 27 Marken und Läden zusammen. Anhand dieser Liste kann einfach nachvollzogen werden, welche Firmen auf eine faire Produktion achten.
Gut bestückt begaben sich fünf Junge Grüne mit diesen Broschüren in der St.Galler Altstadt auf ihre Mission. Geplant war, dass wir uns aufteilen und uns vor im Ranking schlecht abschneidende Kleiderläden postieren. Dort sollten Kunden direkt angesprochen werden und eine Broschüre erhalten. Leider wurden wir nach kurzer Zeit von den Verkäuferinnen weggescheucht. Da wir aber unserem Motto getreu dort kratzen, wo es juckt, hielten wir –nun mit etwas grösserem Abstand zum Eingang- die Stellung.
Die Reaktionen der Passanten hingegen fielen fast durchwegs positiv auf. Mehrere hatten bereits von der Broschüre gehört und nahmen dankbar ein Exemplar entgegen. Andere hatten sich vorher kaum über das Thema informiert, meinten aber, dass sie dank dieser einfachen Orientierungshilfe vermehrt darauf achten würden. Für Erstaunen sorgte insbesondere, dass teure Marken wie „Diesel“ oder „Benetton“ die Standards für faire Produktion nicht einhalten.
Ein Erfolgserlebnis war, als wir einer Mutter, die gerade mit ihrer Tochter den „Chicoree“ ansteuerte, die Broschüre überreichten und rasch unser Anliegen erklärten. „Ah, denn gömmer do gad nöd ie“, meinte sie zu ihrer Tochter, nachdem sie den besagten Laden unter den „Verweigerern“ erblickt hatte.
Esther Meier, Nationalratskandidatin Junge Grüne







