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Ausflug der Jungen Grünen zum Thema Agrogentechnik
Früh morgens, um 11 Uhr, trafen sich die Jungen Grünen in St.Gallen und fuhren mit Zug und Bus zur Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz in der Nähe von Zürich. Dort wird für den Bund Forschung zur Landwirtschaft betrieben. Unter anderem wird auch einer der beiden Schweizer Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen (GV-Pflanzen) durchgeführt.
Gentechmoratorium in der Schweiz
Ziel dieser Feldversuche ist es Wissen im Bereich der noch sehr jungen Gentechnik zu erarbeiten. Denn selbst wenn weltweit 134 Mio. ha, was ungefähr der 34 fachen Fläche der Schweiz entspricht, mit GV-Pflanzen bebaut ist, stehen noch viele Fragen offen. Unter anderem deshalb wurde kürzlich das Gentechmoratorium in der Schweiz bis 2013 verlängert. Es besagt, dass in der Schweiz keine GV-Pflanzen angebaut werden dürfen, es sei denn mit einer speziellen Bewilligung für wissenschaftliche Untersuchungen, so wie in Pully und in Reckenholz.
Grundlagenforschung auf dem Feld
Bevor wir die Versuchsfelder von etwas näher betrachteten, wurde uns erklärt, wie die Agrogentechnik ungefähr funktioniert und worüber hier geforscht wird. Es handelt sich vor allem um Grundlagenforschung zur Biosicherheit, das heisst, es wird versucht herauszufinden, ob und welchen Einfluss die GV-Pflanzen auf verschiedene andere Lebewesen haben. So z.B. auf Bodenbakterien, auf Insekten (Blattläuse, Marienkäferlarven) und Mykorrhizen, das sind Pilze die mit Pflanzen eine Symbiose eingehen (was der Pflanze und somit dem landwirtschaftlichen Ertrag zugute kommt).
Erste Resultate
Eine andere Gruppe von Forschenden widmete sich einer durch Genveränderungen mehltauresistenten Weizenform. Dazu wurden uns auch erste Resultate präsentiert. Sie zeigten eindrücklich, dass Laborversuche nicht dasselbe sind wie Feldversuche und legitimierten somit die Versuche auf dem Feld – zumindest aus rein wissenschaftlicher Sicht. Zeigten die gentechnisch veränderten Weizenpflanzen im Gewächshaus noch eine erhöhte Resistenz gegenüber dem Mehltau, war dies auf dem Feld überhaupt nicht mehr der Fall, im Gegenteil. Der Ertrag wurde durch diese GV-Pflanzen nicht erhöht, aber dies war – wie uns mehrmals versichert wurde – auch nicht das primäre Ziel des Forschungsprojekts. Viel mehr ging es darum, die Pflanzen und die Wechselwirkungen von Genen besser zu verstehen.
Ein anderes Resultat zeigte, dass die Resistenz und der Ertrag nicht nur davon abhängen, ob eine Pflanze ein Resistenzgen gegen Mehltau erhielt, sondern auch, wie stark dieses aktiviert wurde, was unter anderem durch den Ort, wo das neue Gen integriert wurde, beeinflusst wird.
Sicherheit und Öffentlichkeitsarbeit
Nach diesen Ausführungen durften wir das Versuchsfeld besichtigen. Die durch zwei Zäune, mindestens für Menschen und anderes grosses Getier hermetisch abgeriegelte Versuchsparzelle durften wir aber aus Sicherheitsgründen nicht betreten. Ansonsten, wie uns erklärt wurde, könnte es, wenn zum Beispiel einer von uns ein kleines Pflänzchen in seinem Hosensack verschwinden liesse um es anschliessend den Medien zu präsentieren, zu einem grossen Skandal kommen. Und dies wolle man unter allen Umständen verhindern.
So wird gleich viel Geld in die Sicherheit, wie in die Forschung investiert. Das sei zwar sehr bedauernswert, meinten unsere beiden Referenten, müsse aber angesichts der feindlichen Haltung von Greenpeace und anderen Leuten so sein. Denn der Ruf der Gentechnik sei in der Öffentlichkeit sowieso schon angeschlagen genug. Aus diesem Grund werde auch viel Wert auf Öffentlichkeitsarbeit gelegt. Es werden häufig Medienmitteilungen verfasst und für interessierte Gruppen werden Führungen veranstaltet.
Sowie in unserem Fall. Dem Verständnis der Agrogentechnik dürfte das zwar geholfen haben, aber – aus der angehenden engagierten Diskussion zu folgern – der Haltung gegenüber dieser Technik kaum.
Florian Gschwend
für mehr Informationen:
http://www.feldversuch.ch/index.php?cfcd208495d565ef66e7dff9f98764da2084c04f7a380a68b653e5fc82d352f0











